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Siebzehneinhalb Fragen mit Melanie Wyssen-Voss

Regelmäßig stellen wir inspirierenden Menschen 17,5 Fragen. Diese Woche Melanie Wyssen-Voss, Twitter-Königin und Communications Transformation Manager bei Siemens. Sie verrät, warum sie gern Bienen züchten würde, warum Leadership ein schmerzhafter Prozess war und in welchem Buch sie am meisten gelernt hat über Organisationsstrukturen

Dieser Artikel ist auch verfügbar in Englisch

1. Was mich an meinem Job begeistert

An meinem Job begeistert mich auch schon nach nur knapp einem Monat, dass ich hier das fortsetzen kann, womit ich in der Selbständigkeit begonnen haben: Unternehmen und ihre Menschen bei Veränderungen zu begleiten. Ich arbeite gerne eng mit Menschen zusammen, möchte verstehen, was sie im Unternehmenskontext bewegt und wo sie stehen und was sie brauchen, um Veränderungen leichter mitgehen zu können. Ich mag es, auf Stärken und Potenziale zu schauen und dabei zu helfen, dass auch in den Köpfen Grenzen überwunden werden können, die auf den ersten Blick unverrückbar erscheinen.

2. Was mich daran manchmal frustriert

In der Begleitung von Transformation liegt immer ein gewisses Frustrationspotenzial für ungeduldige Menschen wie mich. Denn auch wenn ich weiß, dass Veränderung nicht aus einmal Schalter umlegen sondern aus vielen kleine Babysteps besteht, freue ich mich doch immer, wenn ich die Wirksamkeit dessen, was ich tue, auch spüren und sehen kann.

3. Liebster heimlicher Alternativ-Job

Eine Mischung aus Bienenzüchterin, Romanautorin und Data Scientist.

4. Beste Strategie, um einen richtig schlechten Tag im Büro zu überleben

Bisher war ich dank Corona weder nennenswert im Büro, noch hatte ich schlechte Tage. Was mir aber immer hilft, wenn sonst gar nichts mehr geht, ist stundenlag und mutterseelenallein spazieren zu gehen. (Eskalationsstufe: tonnenweise Joghurtgums.)

5. Wann bist du im berühmten Flow

Im Flow bin ich dann, wenn ich Zeit habe, mich ohne Ablenkung oder Unterbrechung voll und ganz auf ein Thema zu konzentrieren. Und gerne auch dann, wenn es dazu eine straffe Deadline gibt.

6. Größter Erfolg bisher

Mir fällt es schwer, mir selbst auf die Schulter zu klopfen – ich versuche, die Dinge, die ich tue, so gut wie möglich zu tun, manchmal gelingt es besser, manchmal schlechter. Wenn ich beantworten müsste, worauf ich stolz bin, dann darauf, dass ich mich beruflich neu (er)finden konnte, obwohl – oder vielleicht sogar weil – ich fast ausschließlich meinem Bauchgefühl gefolgt bin und keiner Karrierestrategie. Ich mag das tun, was mir Spaß macht und mich nicht mehr verbiegen müssen.

7. Die größte Niederlage

Mit Anfang 30 habe ich quasi über Nacht meine erste Führungsaufgabe bekommen und ich habe damals vieles nicht gut gemacht oder anders, als ich es heute tun würde. Mir ist es damals nicht gelungen, eine Leaderin zu sein, der das Team folgen möchte und das zu erkennen, war ein schmerzhafter Prozess.

8. Schlimmstes Buzzword

Agil – nicht weil ich die agile Perspektive nicht gut und wichtig fände, sondern weil es weder bedeutet, dass jeder tut, was er will, noch die Antwort auf alle Fragen im Kontext der Digitalisierung ist.

9. Die beste Belohnung nach einer anstrengenden Arbeitswoche

Wandern oder zumindest ausgedehnt spazieren gehen.

10. Lieber Homeoffice oder Inhouse

Unter normalen Umständen würde ich sofort „Homeoffice“ sagen, weil es mir als Familienmutter mehr Flexibilität gibt und mir mein schlechtes Gewissen in beide Richtungen nimmt. Aber gerade eben würde ich mir doch etwas mehr Zeit inhouse wünschen und zufällige Begegnungen mit echten Menschen.

11. Wichtigste Eigenschaft, die ein Kollege/Geschäftspartner haben muss

Ich mag kluge, wertschätzende, humorvolle und aufrichtige Menschen und das sowohl im persönlichen als auch im beruflichen Umfeld.

12. Dein Kreativ-Hack

Ich liebe Mindmaps, Visualisierung und zuordnen von Gedanken hilft mir ganz oft beim Weiterdenken und neue Idee spinnen.

13. Erste Internetseite morgens

Gleich nach dem Gerüchte einsammeln auf Twitter kommen die Zeit oder die New York Times zum Validieren.

14. Lieblings Digital Tool

Meine Apple-Watch.

15. In welchem Buch oder in welcher Serie am meisten fürs (Arbeits-)Leben gelernt?

Das Buch, das im Kontext meiner beruflichen Neuausrichtung im letzten Jahr besonders in mir gearbeitet hat, ist Re-inventing Organisations von Frederic Laloux. Es hat mir geholfen und hilft mir noch jetzt, Organisationen und ihre Strukturen und Mechanismen besser zu verstehen und Ansatzpunkte für nachhaltige Veränderung zu finden.

16. Unabhängig davon: Welche Serie, welches Buch oder welchen Podcast kannst du grundsätzlich empfehlen?

Zum Zeitvertreib höre ich am liebsten den ZEIT Verbrechen Podcast. Wenn ich neue Perspektiven suche, dann höre ich Episoden von Coaching for Leaders oder von den Entrepreneurial Thought Leaders.

17. Prominentester Follower auf einem Social Kanal?

Barack Obama. Er ist (aus mir nicht bekannten Gründen) mein erster Twitter-Follower überhaupt.

17 and a half: Was mich schon immer… 

…aufregt:Dass man immer noch Menschen, die sich nicht für andere Menschen interessieren, deren Führung anvertraut.

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